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MEERSCHWEINCHEN


GLATTHAAR - MEERSCHWEINCHEN

Bevor das Meerschweinchen im 16.Jahrhundert nach Europa kam, diente es schon Jahrzehnte vorher in seiner südamerikanischen Heimat den Inkas als Haustier und wichtiger Fleischlieferant. Durch die Entdeckung Amerikas brachten die spanischen und portugiesischen Eroberer diese Tiere mit übers Meer, daher der Name Meerschweinchen. Hier wurden diese niedlichen Vierbeiner zuerst in England planmäßig gezüchtet und verbreiteten sich dann über Holland auch zu uns.
Die älteste Rasse ist das Glatthaar Meerschweinchen, ähnlich dem der Wildform und durch gezielte Zucht zu dem gemacht, was heute bei vielen Züchtern und in Zoofachgeschäften zu bewundern ist. Diese Art hat kurzes glattes Fell, ganz ohne Rosette. Die Haare sind bis zu 3 cm lang, sie liegen dicht am Körper an und zeigen eine gleichmäßige Dichte. Ein gesundes Tier zeichnet sich durch natürlich glänzendes Fell aus. Der Kopf sollte eine runde Nase aufweisen, Schulter und Hüfte gleichmäßig breit sein und die Ohren hängen nach unten. Die Augen sind groß und glänzen, die kurzen Beine sind gerade und kräftig, die Vorderfüße haben vier und die Hinterfüße jeweils drei Zehen.
Dies trifft auch bei dem Satin-Meerschweinchen zu, das eigentlich keine eigene Rasse ist, sondern zu den Glatthaarigen zählt. Das Fell schimmert durch den Satinfaktor, der eine Aushöhlung des Haarschaftes bewirkt, wodurch der Glanz entsteht. Im Gegensatz zu dem Glatthaar Tier ist das Fell dichter. Glatthaar Meerschweinchen sind nicht so pflegeintensiv wie ihre langhaarigen Verwandten und werden aus diesem Grund oft bevorzugt. Auch auf Ausstellungen sieht man wesentlich mehr Tiere dieser Rasse, eben Aufgrund des genannten Aufwandes.
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ANGORA

Irgendwie haben Tiere mit längerem Fell eine ziemliche Anziehungskraft auf Menschen und so gehören wohl auch die Langhaarmeerschweinchen zu den Anziehungsmagneten überhaupt. Die älteste uns bekannte Rasse in Deutschland ist das Angorameerschweinchen mit seinem Fell, das scheinbar über den ganzen Körper in total verschiedene Richtungen fällt. Grund hierfür sind die verschiedenen Wirbel, die diese "Verwirrung" schaffen. Wenn wir ein Rostettenmeerschweinchen betrachten sehen wir diese Wirbel durch das kurze Haar sehr deutlich und da das Angorameerschweinchen eine Verpaarung aus Sheltie und Rosettenmeerschweinchen ist, versteht es sich von allein aus welchem Grund diese Tiere so "durcheinander" aussehen. Natürlich wirken diese Nagetiere recht knuffig und man verliebt sich auch schnell darin. Dennoch sollte man immer bedenken, dass Langhaartiere wesentlich mehr Pflege brauchen, als ihre kurzhaarigen Verwandten. Also kämmen ist mindestens einmal pro Woche angesagt. Da Angorameerschweinchen von vielen Züchtern nicht als eigene Rasse anerkannt werden, gibt es noch viele Gerüchte der "Fachleute" über diese Schweinchen. Die einen meinen es sei kein richtiges Peruaner, einfach mit einigen Fehlwirbeln, also nichts besonderes und die anderen sind bemüht einen eigenen Standard für diese Rasse auszuarbeiten, so z.B. der Meerschweinchenfreunde Deutschland. Ganz anders dagegen die Vereinigung Deutscher Rassemeerschweinchen Züchter e.V. VDRZ mit Sitz in Zierenberg. Bei ihm ist das Angorameerschweinchen schon lange als eigene Rasse anerkannt und wird wie folgt beschrieben: Das Angora ist ein langhaariges Tier mit mindestens vier Wirbeln – in allen Farben und Fariationen möglich. Die Behaarung ist lang, dicht und seidig. Die Wirbel sitzen symmetrisch am Körper. Ein Wirbel bildet den Pony, der über die Nase reichen soll. Je nach Wirbelzahl (und hier können gravierende Unterschiede sein) kann sich auf dem Rücken ein Scheitel bilden, es bildet sich eine Schleppe. Nicht erwünscht für die Rassezucht und Ausstellung sind zu dünne oder unregelmäßige Behaarung, zu kurzer Pony, kurze Körperbehaarung, unsymmetrische Wirbelung und weniger als vier Wirbel. Bei diesem Verein werden die Tiere regelmäßig auf Tischschauen und Ausstellungen nach dem vereinseigenen Standard gerichtet. Da im VDRZ alle Farben zugelassen sind, können auch alle Tiere dieser Rasse dem Richter oder der Richterin präsentiert werden. Somit hat das Angora, das ansonsten noch eine ziemlich stiefmütterliche Rolle in der Rassebezeichnung und Zucht spielt, endlich (bzw. bereits seit längerer Zeit) einen Verein, der sich für die Meerschweinchengruppe stark macht.

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