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MEERSCHWEINCHEN
Bevor das Meerschweinchen im
16.Jahrhundert nach Europa kam, diente es schon
Jahrzehnte vorher in seiner südamerikanischen
Heimat den Inkas als Haustier und wichtiger Fleischlieferant.
Durch die Entdeckung Amerikas brachten die spanischen
und portugiesischen Eroberer diese Tiere mit übers
Meer, daher der Name Meerschweinchen. Hier wurden
diese niedlichen Vierbeiner zuerst in England planmäßig
gezüchtet und verbreiteten sich dann über
Holland auch zu uns.
Irgendwie haben Tiere mit längerem Fell eine ziemliche Anziehungskraft auf Menschen und so gehören wohl auch die Langhaarmeerschweinchen zu den Anziehungsmagneten überhaupt. Die älteste uns bekannte Rasse in Deutschland ist das Angorameerschweinchen mit seinem Fell, das scheinbar über den ganzen Körper in total verschiedene Richtungen fällt. Grund hierfür sind die verschiedenen Wirbel, die diese "Verwirrung" schaffen. Wenn wir ein Rostettenmeerschweinchen betrachten sehen wir diese Wirbel durch das kurze Haar sehr deutlich und da das Angorameerschweinchen eine Verpaarung aus Sheltie und Rosettenmeerschweinchen ist, versteht es sich von allein aus welchem Grund diese Tiere so "durcheinander" aussehen. Natürlich wirken diese Nagetiere recht knuffig und man verliebt sich auch schnell darin. Dennoch sollte man immer bedenken, dass Langhaartiere wesentlich mehr Pflege brauchen, als ihre kurzhaarigen Verwandten. Also kämmen ist mindestens einmal pro Woche angesagt. Da Angorameerschweinchen von vielen Züchtern nicht als eigene Rasse anerkannt werden, gibt es noch viele Gerüchte der "Fachleute" über diese Schweinchen. Die einen meinen es sei kein richtiges Peruaner, einfach mit einigen Fehlwirbeln, also nichts besonderes und die anderen sind bemüht einen eigenen Standard für diese Rasse auszuarbeiten, so z.B. der Meerschweinchenfreunde Deutschland. Ganz anders dagegen die Vereinigung Deutscher Rassemeerschweinchen Züchter e.V. VDRZ mit Sitz in Zierenberg. Bei ihm ist das Angorameerschweinchen schon lange als eigene Rasse anerkannt und wird wie folgt beschrieben: Das Angora ist ein langhaariges Tier mit mindestens vier Wirbeln in allen Farben und Fariationen möglich. Die Behaarung ist lang, dicht und seidig. Die Wirbel sitzen symmetrisch am Körper. Ein Wirbel bildet den Pony, der über die Nase reichen soll. Je nach Wirbelzahl (und hier können gravierende Unterschiede sein) kann sich auf dem Rücken ein Scheitel bilden, es bildet sich eine Schleppe. Nicht erwünscht für die Rassezucht und Ausstellung sind zu dünne oder unregelmäßige Behaarung, zu kurzer Pony, kurze Körperbehaarung, unsymmetrische Wirbelung und weniger als vier Wirbel. Bei diesem Verein werden die Tiere regelmäßig auf Tischschauen und Ausstellungen nach dem vereinseigenen Standard gerichtet. Da im VDRZ alle Farben zugelassen sind, können auch alle Tiere dieser Rasse dem Richter oder der Richterin präsentiert werden. Somit hat das Angora, das ansonsten noch eine ziemlich stiefmütterliche Rolle in der Rassebezeichnung und Zucht spielt, endlich (bzw. bereits seit längerer Zeit) einen Verein, der sich für die Meerschweinchengruppe stark macht.
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